PPCleaner

Google Ads optimieren ohne das Konto unruhig zu machen

Veröffentlicht am 23. September 20267 Min. Lesezeit
A business owner and marketer reviewing an advertising decision in their workplace.
Die kurze Antwort

Google Ads zu optimieren heißt heute vor allem: Suchbegriffe lesen und ausschließen, was nie konvertieren wird. Alles andere – Gebote, Budgets, Anzeigenrotation – braucht Zeit und Datenmenge, nicht tägliche Eingriffe. Wer jeden Morgen an den Geboten dreht, setzt Smart Bidding immer wieder zurück und bezahlt die Lernphase doppelt.

Die sinnvolle Tagesroutine dauert eine Viertelstunde: Suchbegriffe der letzten 24 bis 48 Stunden durchsehen, offensichtliche Streuverluste als auszuschließende Keywords eintragen, Auffälligkeiten notieren. Strukturelle Änderungen kommen wöchentlich, Strategiewechsel monatlich.

Optimieren ist eine Entscheidung, keine Bewegung

Eine Änderung ist nur dann eine Optimierung, wenn Sie vorher sagen können, was sie besser machen soll, und hinterher messen können, ob sie es getan hat. Alles andere ist Bewegung. Und Bewegung in einem Google-Ads-Konto ist nicht neutral – sie kostet.

Das ist der Unterschied zwischen 2015 und heute. Damals war manuelles Bieten die Norm, und wer öfter nachjustierte, gewann tatsächlich. Heute läuft die Mehrheit der Konten auf Ziel-CPA, Ziel-ROAS oder "Conversions maximieren". Das Gebot ist keine Zahl mehr, die Sie setzen, sondern ein Modell, das aus Ihren Daten lernt. Jeder Eingriff in dieses Modell ist ein Reset, kein Feintuning.

Was dagegen weiterhin vollständig in Ihrer Hand liegt: welche Suchanfragen Sie überhaupt bezahlen. Google entscheidet, welche Suchbegriffe zu Ihren Keywords passen. Sie entscheiden, welche davon Sie ablehnen. Das ist der letzte große manuelle Hebel im Konto – und in den meisten Konten der am schlechtesten gepflegte.

Die tägliche Routine: fünfzehn Minuten, drei Handgriffe

Eine gute Tagesroutine berührt nichts, was Daten sammelt. Sie besteht aus Lesen, Ausschließen und Notieren – in dieser Reihenfolge.

1. Suchbegriffe der letzten 24 bis 48 Stunden lesen

Öffnen Sie den Suchbegriffe-Bericht, Zeitraum "Gestern" oder "Letzte 7 Tage", sortiert nach Kosten absteigend. Sie suchen nicht nach schwachen Performern. Sie suchen nach Suchbegriffen, die nie zu Ihrem Angebot gehört haben.

Ein Sanitärbetrieb bezahlt für "notdienst klempner berlin" – gut. Er bezahlt auch für "klempner gehalt", "klempner ausbildung nrw" und "abfluss verstopft selber reinigen" – drei Suchanfragen von Menschen, die entweder einen Job suchen oder es selbst machen wollen. Kein Gebot der Welt macht daraus Kunden. Diese drei Suchbegriffe gehören ausgeschlossen, heute, nicht nach der nächsten Quartalsanalyse.

In Konten, die wir auditieren, liegt der Anteil der Kosten, der auf solche strukturell chancenlosen Suchbegriffe entfällt, typischerweise im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Bei 6 000 € Monatsbudget und 12 % Streuverlusten sind das 720 € im Monat, die nie eine Chance hatten. Wie Sie diese Zahl für Ihr eigenes Konto sauber ausrechnen, statt sie zu schätzen, steht in Streuverluste in Google Ads beziffern statt schätzen.

2. Ausschließen – mit dem richtigen Match Type

Es gibt drei Match Types für auszuschließende Keywords: weitgehend passend, passende Wortgruppe, genau passend. Die Faustregel für die tägliche Arbeit: Wortgruppe für Muster, genau passend für Einzelfälle.

"gehalt" als Wortgruppen-Ausschluss blockt "klempner gehalt", "gehalt klempner meister" und "wie viel gehalt verdient ein klempner" auf einen Schlag. "klempner ausbildung nrw" als exakter Ausschluss trifft genau diesen einen Suchbegriff – sinnvoll, wenn Sie "ausbildung" nicht pauschal sperren wollen, weil Sie auch Ausbildungsplätze bewerben.

Weitgehend passende Ausschlüsse verhalten sich über die Match Types hinweg unvorhersehbar. Nutzen Sie sie sparsam und nie für Begriffe, die auch Teil einer kaufbereiten Suchanfrage sein können. Eine Startliste mit Mustern, die praktisch jedes Konto braucht – "kostenlos", "gebraucht", "jobs", "erfahrungen", "selber machen" –, finden Sie unter Negative Keywords, die jedes Google-Ads-Konto braucht.

3. Auffälligkeiten notieren, nicht sofort behandeln

Kosten verdoppelt? Conversions eingebrochen? Schreiben Sie es auf. Prüfen Sie am nächsten Tag, ob es immer noch so aussieht. Ein einzelner Tag ist in fast jedem Konto Rauschen – ein Feiertag, ein Wettbewerber, der sein Budget hochgezogen hat, ein Tracking-Aussetzer. Wer Tagesrauschen behandelt, behandelt nichts.

Die einzige Ausnahme: Ein Suchbegriff verbrennt in wenigen Stunden dreistellig und hat sichtbar nichts mit Ihrem Angebot zu tun. Dann sofort ausschließen. Das ist kein Gebotseingriff, das ist eine Notbremse.

Warum tägliche Gebotsanpassungen schaden

Jede Änderung an der Gebotsstrategie oder am Zielwert schickt die Kampagne in eine neue Lernphase. Google nennt dafür in der Regel rund eine Woche. Wer alle zwei Tage den Ziel-CPA um 10 % korrigiert, hat eine Kampagne, die dauerhaft lernt und nie liefert.

Das Problem ist nicht nur die Lernphase. Es ist die Messbarkeit. Wenn Sie am Montag den Ziel-ROAS senken, am Mittwoch drei Anzeigen pausieren und am Donnerstag das Budget erhöhen, und der CPA sinkt am Freitag – welche der drei Änderungen hat gewirkt? Sie wissen es nicht. Sie werden es nie wissen. Und beim nächsten Mal wiederholen Sie alle drei, weil Sie nicht wissen, welche davon die gute war.

Dazu kommt ein menschliches Problem. Ein CPA von 38 € an einem Dienstag und 52 € am Mittwoch sieht nach einer Verschlechterung aus. Bei zwölf Conversions pro Tag ist es Statistik. Wer darauf reagiert, optimiert gegen Zufall – und zwar konsequent in die falsche Richtung, weil er immer den guten Tag belohnt und den schlechten bestraft.

Die praktikable Regel: Gebotsziele höchstens alle zwei Wochen anfassen, Änderungen unter 15 % gar nicht, und immer nur eine Sache gleichzeitig. Budgets dürfen häufiger bewegt werden als Zielwerte – eine Budgeterhöhung von 20 % ist für die Strategie weniger disruptiv als ein neuer Ziel-CPA.

Sieben Handgriffe, die Sie nie wieder brauchen

Das hier ist die unbequeme Liste. Jeder Punkt kostet Zeit und liefert in einem modernen Konto nichts oder Schaden.

Tägliche Anpassung von Geräte-, Standort- und Zeitplan-Gebotsanpassungen. Bei Smart Bidding sind Geräteanpassungen ohnehin nur noch Signale unter vielen. Ein Tageszeit-Modifikator, der auf drei Wochen Daten beruht, ist geraten.

Anzeigen nach zwei Wochen pausieren, weil eine besser aussieht. Bei responsiven Suchanzeigen rotiert Google die Kombinationen. Sie brauchen Hunderte von Conversions pro Anzeige, um einen echten Unterschied zu sehen. Vorher entfernen Sie nur Varianz.

Keywords pausieren, weil der Qualitätsfaktor bei 5 steht. Der Qualitätsfaktor ist eine Diagnose, kein Steuerungsinstrument. Ein Keyword mit QS 5 und einem CPA unter Ziel ist ein gutes Keyword.

Konkurrenten-Anzeigen manuell prüfen. Die Anzeigenvorschau ist kein Auktionsprotokoll. Was Sie dort sehen, sagt nichts über Ihre tatsächliche Auslieferung. Der Bericht "Auktionsdaten" tut es – einmal im Monat.

Neue Anzeigengruppen für jede Keyword-Variante bauen. SKAG-Strukturen sind mit weitgehend passenden Keywords und Smart Bidding nicht mehr sinnvoll. Sie zersplittern die Conversion-Daten, von denen das Gebotsmodell lebt.

Empfehlungen im Tab "Empfehlungen" pauschal umsetzen. Die automatische Anwendung erweitert oft Keywords auf weitgehend passend und hebt Budgets an. Beides kann richtig sein – aber nicht ungeprüft.

Suchbegriffe ausschließen, die konvertiert haben. Klingt selbstverständlich, passiert trotzdem ständig, vor allem beim Bulk-Upload von Ausschlusslisten. Ein Suchbegriff, der vor sechs Wochen einen Auftrag gebracht hat, darf nicht in der Liste landen, nur weil er das Wort "gebraucht" enthält.

Was wöchentlich gehört, was monatlich

Die Tagesroutine ist Hygiene. Die eigentliche Optimierung passiert in größeren Abständen, weil erst dann genug Daten da sind, um einen Unterschied von Rauschen zu unterscheiden.

Wöchentlich, etwa eine Stunde: Suchbegriffe der letzten sieben Tage nach Kosten sortiert, diesmal auch die Grauzone – Suchbegriffe mit vielen Klicks und null Conversions, die thematisch passen könnten. Dazu: Kampagnenbudgets prüfen, die dauerhaft limitiert sind. Anzeigengruppen ohne Impressionen identifizieren. Neue auszuschließende Keywords aus der Woche in die gemeinsamen Listen übertragen, damit sie in allen Suchkampagnen wirken.

Monatlich, ein halber Tag: Gebotsziele überprüfen, Kampagnenstruktur hinterfragen, Zielgruppen und Assets austauschen, Auktionsdaten lesen. Und einmal im Quartal ein vollständiger Durchgang durch das Konto in fester Reihenfolge – nicht nach Gefühl, sondern nach einer Liste, damit Sie nicht jedes Mal bei denselben drei Lieblingsthemen hängen bleiben. Welche Reihenfolge dabei funktioniert, steht in Google Ads Audit in der richtigen Reihenfolge.

Wer Kosten senken muss, ohne Reichweite zu verlieren, arbeitet dabei fast immer zuerst an den Ausschlüssen und erst danach an den Budgets – die Reihenfolge ist in Google Ads Kosten senken, ohne Reichweite zu verlieren ausführlich beschrieben.

Performance Max ändert die Reihenfolge, nicht die Logik

In Performance Max fällt die Hälfte der klassischen Optimierungshebel weg. Keine Keywords, keine Anzeigengruppen im gewohnten Sinn, keine Gebote pro Suchbegriff. Was bleibt, sind Assets, Zielgruppensignale, Feed-Qualität – und Ausschlüsse.

Und genau hier wird es technisch: Performance Max akzeptiert bis zu 10 000 auszuschließende Keywords auf Kampagnenebene, aber keine gemeinsamen Ausschlusslisten. Was Sie in Ihrer sorgfältig gepflegten Kontoliste stehen haben, gilt für Ihre Suchkampagnen – nicht für PMax. Jede PMax-Kampagne braucht ihre eigenen Einträge. Standard-Shopping dagegen verhält sich wie Search: Ausschlüsse und gemeinsame Listen funktionieren beide.

Die Suchbegriffe selbst sind da. Search, Shopping und Performance Max melden alle in campaign_search_term_view. Display-, Video- und App-Kampagnen melden keine – dort gibt es schlicht keine Suchanfrage, und kein Tool kann daran etwas ändern. Wie Sie an die PMax-Suchbegriffe kommen und was Google dabei aus dem Bericht herausfiltert, steht in Performance Max Suchbegriffe sehen und ausschließen.

Praktische Konsequenz für die Tagesroutine: Wenn Sie PMax fahren, reicht es nicht, den Suchbegriffe-Bericht Ihrer Suchkampagnen zu lesen. Sie brauchen beide Quellen, und Sie pflegen zwei getrennte Ausschluss-Systeme.

Wo Automatisierung hilft und wo sie es nicht tut

Von den drei Handgriffen der Tagesroutine lässt sich genau einer sinnvoll automatisieren: das Ausschließen offensichtlich chancenloser Suchbegriffe. Es ist repetitiv, regelbasiert und passiert jede Nacht neu. Genau dafür gibt es PPCleaner.

PPCleaner liest jede Nacht die Suchbegriffe, für die Ihr Konto bezahlt hat, beurteilt, welche davon nie konvertieren werden, und trägt sie als auszuschließende Keywords ein – in Search, Shopping und Performance Max, bei PMax auf Kampagnenebene, weil es dort nicht anders geht. Ein Suchbegriff, der in den letzten 90 Tagen konvertiert hat, wird nie geblockt. Und jede Blockierung lässt sich 90 Tage lang mit einem Klick rückgängig machen.

Was PPCleaner nicht tut, und zwar bewusst: Budgets, Gebote, Anzeigen und Keywords bleiben unangetastet. Das ist keine fehlende Funktion, das ist die Trennlinie aus diesem Artikel. Ausschlüsse sind reversibel und lokal – sie betreffen eine Suchanfrage, nicht das Modell. Gebotseingriffe sind es nicht. Eine Software, die nachts an Ihrem Ziel-CPA dreht, produziert genau die Unruhe, gegen die Sie Ihre Routine gebaut haben.

Die ehrliche Einschränkung dazu: Ausschlüsse retten keine Kampagne, die am falschen Angebot, an einer schlechten Landingpage oder an einem kaputten Conversion-Tracking krankt. Sie entfernen Streuverluste. Wenn 90 % Ihres Budgets in relevante Suchbegriffe fließt, die trotzdem nicht konvertieren, liegt Ihr Problem hinter dem Klick – und dann hilft keine Ausschlussliste, sondern eine bessere Seite.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meinen Suchbegriffe-Bericht prüfen?

Täglich für fünf bis zehn Minuten, sortiert nach Kosten, Zeitraum "Gestern" oder "Letzte 7 Tage". Dazu einmal pro Woche ein längerer Durchgang über die Grauzone – Suchbegriffe mit vielen Klicks und null Conversions, die thematisch passen könnten. Bei kleinen Konten mit wenigen Klicks pro Tag reicht ein zweimal wöchentlicher Blick.

Wie lange darf ich eine Gebotsstrategie nicht anfassen?

Google gibt für die Lernphase nach einer Strategie- oder Zielwertänderung in der Regel rund eine Woche an. Rechnen Sie mit zwei Wochen, bis die Zahlen wieder aussagekräftig sind. Ändern Sie Zielwerte deshalb höchstens alle zwei Wochen, nie unter 15 % Abweichung, und immer nur eine Sache gleichzeitig – sonst können Sie hinterher nicht zuordnen, was gewirkt hat.

Schaden auszuschließende Keywords meiner Reichweite?

Ein Ausschluss entfernt genau die Suchanfragen, die er beschreibt – nicht mehr. Gefährlich wird es nur bei weitgehend passenden Ausschlüssen, die sich über die Match Types hinweg unvorhersehbar verhalten, und bei zu breiten Wortgruppen wie "günstig", wenn Sie tatsächlich preissensible Kunden ansprechen. Prüfen Sie vor jedem Muster-Ausschluss, ob darin Suchbegriffe stecken, die in den letzten 90 Tagen konvertiert haben.

Warum gelten meine gemeinsamen Ausschlusslisten nicht in Performance Max?

Performance Max akzeptiert gemeinsame Ausschlusslisten schlicht nicht. Die Kampagne nimmt bis zu 10 000 auszuschließende Keywords, aber nur direkt auf Kampagnenebene. Sie müssen die Einträge also pro PMax-Kampagne pflegen. Standard-Shopping verhält sich dagegen wie Search und unterstützt beides.

Kann ich Suchbegriffe aus Display- oder Video-Kampagnen ausschließen?

Nein – dort gibt es keine Suchanfragen. Nur Search, Shopping und Performance Max liefern Suchbegriffsdaten (in der API über campaign_search_term_view). Für Display, Video und App arbeiten Sie stattdessen mit Placement-Ausschlüssen, Themen- und Zielgruppenausschlüssen. Kein Tool kann daran etwas ändern, weil die Daten gar nicht erst entstehen.

Über den Autor

Alain Abulafya

Gründer von PPCleaner · Google-Ads-Berater & Media Buyer

Alain arbeitet seit mehr als 15 Jahren im digitalen Marketing, davon über 10 Jahre in der Betreuung und Optimierung von Google-Ads-Kampagnen. Er hat mehr als 100 Werbetreibende aus E-Commerce und Leadgenerierung begleitet und ist Google Partner. PPCleaner hat er entwickelt, um die Suchbegriffsanalyse zu automatisieren, die er für seine Kunden von Hand erledigte.

Streuverluste stoppen

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Jede Nacht prüft PPCleaner die Suchanfragen, die Ihre Kampagnen tatsächlich bezahlt haben, gruppiert sie nach Intention und schließt die aus, die nie konvertieren. Kein Ausgabenschwellenwert, nichts außer auszuschließenden Keywords wird angefasst — und ein Klick macht jede Entscheidung rückgängig.

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